Politisches

Juso-Beschluss / Mord an Kindern

von Sven A. Kachelmann – Bayreuth, 06.12.2018

Der Beschluss des jüngst in Düsseldorf tagenden Juso-Bundeskongresses bzgl. der ersatzlosen Streichung der Strafvorschriften betreffend den Schwangerschaftsabbruch (§§ 218, 218a StGB) erschien mir selbst für die SPD-Jugend als zu grotesk und menschenverachtend.

Der folgende Schock über diesen Antrag des Juso-Bundesvorstandes (!) veranlasste mich, danach zu suchen, ob ich irgendeine Lücke im Wortlaut oder der Systematik des Strafgesetzbuches übersehen habe, die Raum für eine Interpretation dieser absurden Forderung lassen würde, welche gerade nicht meint, dass man zukünftig eine Tötung des ungeborenen Lebens quasi bis unmittelbar bis zur Geburt zulassen wolle und straffrei stellt.

Die Abtötung der Leibesfrucht war bei unterschiedlich ausgeprägten Voraussetzungen seit Einführung des Reichsstrafgesetzbuches von 1871 immer strafbar. Menschliches »Leben« und damit der Schutz vor Tötung (Mord und Totschlag nach § 211 f. StGB) beginnt mit der Geburt, also dem unmittelbaren Einsetzen der Eröffnungswehen bzw. der Uterus-Öffnung beim Kaiserschnitt; Zuvor greifen lediglich ebenjene Regelungen über den Schwangerschaftsabbruch.

Dieser Zeitpunkt des Strafrechtsschutzes menschlichen Lebens wird seit jeher von der herrschenden Meinung aus einer Wertung der – mittlerweile abgeschafften – strafbewährten Kindstötung durch die Mutter bei oder unmittelbar nach der Geburt (§ 217 StGB a.F. vor dem 6. StrRG) abgeleitet und gilt auch heute noch fort. Für anderweitige Interpretationen bleibt kein Raum, war die Rechtslage nie anders.

Nach streitiger Ansicht in Rechtsprechung und Literatur werden noch nicht einmal Fälle von § 211 f. StGB erfasst, bei denen das geborene Kind erst später verstirbt, weil lange zuvor beigebrachte Verletzungen im Mutterleib hierzu führten. Auch hier vermochte die Anwendung der Regelungen über den Schwangerschaftsabbruch zur Strafbarkeit des Delinquenten zu führen.

Was nun die Jusos fordern kann als nicht weniger bezeichnet werden, als Menschenverachtung in seiner reinsten Form. Im Lichte eines völlig ideologieverblendeten Feminismus erscheint alles als zweckmäßig und legitim, sogar der gezielte Mord (Heimtücke) an unmittelbar lebensbejahenden Kindern. Man möchte mir nicht sagen, man habe hiervon nichts gewusst.

PS: Die Höhepunkte der Debatte sind hier zu finden als Video:
https://www.facebook.com/arcadimagazin/videos/342647896565915

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